Wer hätte das gedacht?René Kollo: Ich hatte niemals Zeit für Freunde

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René Kollo: Ich hatte niemals Zeit für Freunde © HGM-Press / via TELAMO
Sukeina Mochkabadi | NEUE POST

Die ersten Tage des Jahres sind mild auf der Insel Mallorca. „Das perfekte Wetter, um mit meinem kleinen Dackel Picco spazieren zu gehen und zu spielen. Ein entzückender Hund!“ René Kollo (84) lächelt sanft. Neben seinen drei Töchtern Nathalie (54), Florence (36) und Magali (34) sowie Sohn Oliver (30), die der Sänger regelmäßig sieht, ist der kleine Vierbeiner seine größte Freude.

Was auch daran liegt, dass es wenig Menschen im Leben des Opernstars gibt, die ihm nahestehen. „Für Freunde hatte ich nie Zeit in meinem Leben“, erzählt er im Gespräch mit NEUE POST. Die Karriere stand immer an allererster Stelle. „Wenn Sie erfolgreich singen wollen, dann müssen Sie Ihr ganzes Leben dem Beruf unterordnen. Sie müssen danach leben, haben gar keine Zeit für anderes …“

Als junger Mann mit anderen in einer Bar ein Bier trinken, mit ihnen die Nächte in einer Disco durchtanzen – das konnte René Kollo sich als aufstrebender Sänger nicht leisten. „Wenn Sie drei- oder viermal die Woche ,Tristan und Isolde‘ singen, dafür an jedem Abend mehr als fünf Stunden auf der Bühne stehen – dann können Sie nichts anderes machen – außer schlafen und dafür sorgen, dass sie gesund bleiben“, erinnert sich Kollo. Außerdem sei er ja nie lange genug an einem Ort geblieben, um Freunde kennenzulernen: „Heute in Tokio, übermorgen in Europa – dann können sie dazwischen nicht feiern gehen oder sich stundenlang unterhalten. Und wenn man sich nicht unterhalten kann, wie soll man dann Menschen näher kennenlernen! Ich musste mich entscheiden …“ Und das hat er – für die Karriere!

Ob er das heute bereut? Zu einer Zeit, in einem Alter, in dem Freunde das beste Heilmittel gegen Einsamkeit sind? „Na, ich mag keine Freunde haben, aber ich habe meine Familie“, sagt René Kollo und schmunzelt leicht. „Meine Kinder. Die sehe ich immer wieder. Die unterhalten sich auch mit mir. Ich kenne es nicht anders, daher fehlt mir nichts. Einsam bin ich nicht. Die Familie und die Musik – mehr brauchte ich nicht in meinem Leben!“

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