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Exklusiv: Schlager.de im Interview mit Matthias Reim

Exklusiv: Schlager.de im Interview mit Matthias Reim © Schlager.de

In diesem Jahr feiert Matthias Reim ein ganz besonderes Jubiläum: Vor 25 Jahren wurde im deutschen Fernsehen zum ersten Mal ein Lied des damals noch völlig unbekannten Musikers vorgestellt – es hieß: „Verdammt, ich lieb’ Dich“ Niemand ahnte damals, was dieser Auftritt für Folgen haben würde: Kurz darauf stürmte der Titel die Charts und wurde zum bis dahin erfolgreichsten deutschen Song überhaupt. Innerhalb kurzer Zeit wurden fast eine Million Singles und rund zweieinhalb Millionen Alben von Matthias Reim verkauft und der Künstler wurde über Nacht zum Superstar.

Heute haben wir die Gelegenheit, dem erfolgreichen Künstler in einem exklusiven Interview zu seinem Erfolg zu gratulieren und bekommen Einblick in seine 25jährige Erfolgsgeschichte.

SCHLAGER.DE:
Zunächst einmal: Glückwunsch zu 25 verdammt guten Jahren auf der Bühne! Hättest Du Dir jemals träumen lassen, so lange auf der Bühne zu stehen?
MATTHIAS REIM:
Nein, ganz ehrlich, das hätte ich mir niemals träumen lassen. Als uns bewusst wurde, wir treffen uns hier aufgrund eines 25-jährigen Jubiläums und zwar wegen eines Superhits, der heute nach 25 Jahren immer noch eine Rolle spielt, das ist schon MEGA, ganz ehrlich. Und dass ich nach 25 Jahren rein statistisch gesehen noch erfolgreicher bin – okay nach einigen Tiefen in meinem Leben, da kann ich nur sagen, ich war nicht nur fleißig, sondern ich habe auch viel Glück gehabt! Ich bin wirklich sehr dankbar für alles, was ich gerade erleben darf und über die Stabilität der letzten Jahre mit Konzerten und Tourneen – einfach unglaublich! Auch die schwierigen Zeiten sind seit 4-5 Jahren komplett beseitigt. Ich kann wieder aufrecht gehen, kann alles finanzieren, was mir wichtig ist, und das wurde auch Zeit!

 

SCHLAGER.DE:
Der 2. April 1990 war ein ganz besonderer Tag für Dich, der Dein Leben von heute auf morgen geändert hat. Erzähl’ uns doch bitte ein wenig darüber!
MATTHIAS REIM:
“Matthias im Wunderland“, so kam ich mir damals vor, denn es ist etwas wahr geworden, was ich nie für möglich gehalten hätte. Dass ich Musiker war und auch wie manch anderer davon leben konnte, war schon großartig, und als ich dann Superstar wurde, hat das mein Leben ganz schön auf den Kopf gestellt. Es war alles so surreal – schon alleine die Zeit, als ich im Studio stand, weil natürlich nach dem Song auch ein Album folgen musste. Dann ruft Dich die Plattenfirma an und du erfährst, was wir so am Tag verkauft hätten. Da ging es dann um Zahlen zwischen 68- und 70.000 verkauften Platten, der Wahnsinn und einfach unfassbar. Dann die„Bravo!-Wahnsinn!-kreischenden-Teenager“, die morgens ab 8.00 Uhr auf einem Gartenzaun saßen – es war einfach wie im Märchen.
SCHLAGER.DE:
Du gehst anlässlich Deines Jubiläums auf große Tour sowohl in Form von Open Airs, als auch in Hallen. Gibt es da Unterschiede für Dich zwischen Indoor- und Outdoor-Auftritten? Und hast Du immer noch Lampenfieber nach all den Jahren?
MATTHIAS REIM:
Ja, auf jeden Fall! Ich finde Open Airs einfach faszinierend, weil sich die Stimmung und das Licht, sagen wir mal, anpassen mit der Zeit. Sagen wir mal, wir fangen abends um 20.00 Uhr an. Da hat das Licht noch gar keine Bedeutung. Dann wird es dunkel, und die Lampen bekommen langsam ‘ne Bedeutung, und die Faszination der Menschen steigt dann auch automatisch, heißt, wenn Du schon mit Licht anfangen würdest, ist es einfach nicht dasselbe. Dann ist man draußen. Die Leute können machen, was sie wollen, sie können rauchen, und an einem warmen Sommerabend gibt es doch nichts Schöneres als ein kaltes Bier aus einem Plastikbecher zu trinken! Also ich liebe diese Atmosphäre einfach. Und Lampenfieber habe ich immer noch. Ich habe da nach wie vor meine Medizin. Ich gehe dann so 25 Minuten vor dem Auftritt hin und her, bekomme dann mein Beruhigungsbier, klar aus dem Plastikbecher, was anderes verweigere ich, rauche mir eine, werde dann verkabelt, spreche ab dann mit keinem mehr, klopfe mich von oben bis unten ab. Denn die Vorstellung, dass ich die Menschen da draußen enttäuschen könnte, ist grausam. Dann geht es auf die Bühne. Und das ist dann einfach mein Moment, und – ganz ehrlich – wie mich meine Fans immer empfangen, das ist einfach unglaublich und macht süchtig.
SCHLAGER.DE:
Bereits bei Deiner „Leichtigkeit des Seins-Tour“ hast Du gezeigt, wie sehr Du Dich stets weiterentwickelt hast , was erwartet die Fans bei Deiner Juni-Tour?
MATTHIAS REIM:
Es erwartet sie selbstverständlich eine Zeitreise durch 25 Jahre Matthias Reim. Ich bin mir sicher, es erwartet uns ein zauberhafter Abend, und wenn wir ein bisschen Glück mit dem Wettergott haben, und er uns wohlgesonnen ist, dann kann das nur ein toller Abend werden – in der Welt eines unvernünftigen Mannes (lacht).

 

SCHLAGER.DE:
Deine aktuelle Single heißt „Mein Leben ist Rock`n Roll“. Bist Du also doch eher der Rocker oder Schlagersänger? Wie würdest Du Dich selber bezeichnen?
MATTHIAS REIM:
Ich glaube, ich bin musikalisch alles, und das auch sehr gerne. Ich bin beides gerne und kenne da auch keine Grenzen, das ist für mich verwaschen. Ich erzähle meine Geschichten, packe die dann in ein musikalisches Kleid, und je nachdem wie ich fühle und denke, so kommt es dann eben rüber. Wobei ich auch mit dem Song etwas ganz anderes ausdrücken möchte, nämlich dass die Musik mir ein sehr aufregendes Leben geschenkt hat, wofür man aber auch seinen Preis bezahlen muss. Gescheiterte Beziehungen, Hotelzimmer, Einsamkeit eben ein sehr unstetes Leben und ein richtiges Zuhause in dem Sinne hast Du einfach nicht. Mit mir zusammen zu leben, ist nicht einfach, glaube ich; wobei die Menschen, die ich liebe, von mir sehr verwöhnt werden.
SCHLAGER.DE:
Im März hast Du zum Label RCA gewechselt. Damit sind wir wieder beim Thema Weiterentwicklung. Wie kam es dazu?
MATTHIAS REIM:
Ich hatte das große Glück, dass die Verträge ausgelaufen sind und zwar in einem Moment, wo ich sehr erfolgreich war. Ich konnte mich zurücklehnen und fragen, was habt Ihr denn zu bieten, was nach all den schweren Jahren ein sehr schöner Moment war. Und meine Plattenfirma, die Electrola, löste sich auf, ging aus Köln weg. Aber die Mitarbeiter der alten Firma sind die neuen Mitarbeiter der neuen Firma, heißt ich bin ihnen treu geblieben. Ich brauche keinem Firmennamen treu zu bleiben, aber den Menschen, die immer an mich geglaubt haben, die verlasse ich nicht.
SCHLAGER.DE:
Du musstest einige Tiefen in Deinem Leben meistern. Das ist Dir mehr als gelungen, hat das Dein Leben verändert – geprägt?
MATTHIAS REIM:
Ich sehe vieles entspannter und habe festgestellt, dass so wie ich es gerade erleben darf, sprich wieder ganz gut zu verdienen, nichts mit dem Glück zu tun hat. Das Erhalten der Ziele und die Fröhlichkeit, das sind Sachen die Dich bewusster leben lassen. Arbeiten zu müssen, weil ich einfach nichts mehr hatte, hat mir so viel zurückgegeben. Ich habe mir den Respekt von meinen Fans zurückerobert, und so gesehen, bin ich froh, dass es so gekommen ist.
SCHLAGER.DE:
Im Herbst soll Dein neues Album erscheinen. Kannst Du uns schon etwas darüber verraten?
MATTHIAS REIM:
Ich bin derzeit ununterbrochen im Studio, da der Abgabetermin in 8-9 Wochen erfolgen soll. Dann kommt immer dieser Zeitpunkt des Vor-mich-her-Schiebens, und mir fällt nichts ein. Dann schaue ich auf den Kalender und denke mir, okay, jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Geh’ ins Studio, und dann passierte es wieder: Die Tür im Kopf öffnete sich, und die Kreativität war wieder da. Ich bin im Moment in einer richtig euphorischen Stimmung, wo ich dann denke, wo kommt das denn plötzlich alles her. Ich bin einfach mit mir und der Lebenssituation zufrieden und kann nur sagen, es wird einfach geil.

SCHLAGER.DE:
Wie sehen Deine weiteren Pläne für 2015 aus? Gibt es vielleicht einige TV-Termine zum Beispiel?
MATTHIAS REIM:
Ich bin, glaube ich, in jeder großen TV-Sendung in diesem Jahr: beim Silbereisen, bei Carmen Nebel war ich schon. Dann gibt es eine sehr schöne Sendung im Mai „Meilenstein mit Gregor Meile“, eine Stunde mit einer Rückreise mit dem VW-Bus in meine Vergangenheit, wird ne ganz tolle Sendung. Dann eine VOX-Doku über den deutschen Schlager, in der – ich glaube- ich 80 Prozent einnehme. Kurzum, es läuft alles fantastisch, und ich bin total happy.
Wir bedanken uns sehr für das interessante Gespräch und wünschen zum Jubiläum alles erdenklich Gute!

 

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