Suche

„Immer wieder sonntags“ unterwegs…

„Immer wieder sonntags“ unterwegs… © Schlager.de/ Andrea Ney

Seit Stefan Mross im Juni 2005 die beliebte Sonntagmorgen-Unterhaltungsshow der ARD „Immer wieder sonntags“ übernommen hat, begeistert der gebürtige Traunsteiner mit Fröhlichkeit, Witz und natürlich auch mit seinen musikalischen Gästen. Und das jedes Jahr aufs Neue – einen ganzen Sommer lang – live aus dem Europapark in Rust. Die Sendung ist ganz einfach Programm: das bestätigen – außer, dass jede Folge meist sehr schnell ausverkauft ist – vor allen Dingen auch die wöchentlichen Einschaltquoten. Aber auch außerhalb der TV-Saison müssen die Freunde und Fans dieser Sendung keineswegs auf die Show verzichten. Denn dann begibt sich Mross auf Live-Tournee quer durch Deutschland. Seit dem 05. Januar ist der IWS-Moderator mit dem TV-Erfolgsformat unterwegs und am 10. Januar gastierten Mross und seine Gäste in Simmern im Hunsrück. Nicht zum ersten Mal und sicherlich auch nicht zum letzten Mal. Und auch in diesem Jahr ist die Hunsrückhalle fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Und das an einem Mittwoch Abend. Aber zugegeben: Gibt es einen schöneren Wochenteiler als einen so kurzweiligen wie diesen?

Wir von Schlager.de waren vor Ort, als „unser aller Mrossi“ humorvoll und voller Charme als Gastgeber durch ́s Programm führte. Auch bei der Live-Tournee ist das musikalische Intro der gleichnamigen TV-Sendung der Einstieg in den Abend. „Habe die Ehre“ – wer kennt ihn nicht „seinen persönlichen Schlachtruf“ ins Publikum. Und schon der erste Applaus ganz zu Beginn des Abends machte deutlich: Mit Stefan Mross wurde dieses TV- und Tourneeformat zum echten Erfolgsgaranten. Und für all diejenigen, die Mross dennoch nicht kennen, stellte er sich als „Gestatten, Florian Bügeleisen“ vor und hatte sogleich wieder etliche Lacher auf seiner Seite. Und schon bei seinem Einstiegs- Schlager „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ bildeten die Gäste den ersten stimmgewaltigen und textsicheren Chor.

© Schlager.de/ Andrea Ney

„Immer wieder sonntags“ unterwegs – ein buntes und unbeschwertes Tourneeformat; gespickt vor allem mit Musik und überaus guter Laune. Die „musikalische Besetzung“ – keineswegs eines der neuen jungen „Schlagersternchen“ – gibt den Gästen Abend für Abend vor allem auch ein Gefühl von der „heilen Welt“, nach der wir uns in „Zeiten wie diesen“ doch alle so sehr sehnen. Auffällig zudem, dass es musikalisch und auch bühnentechnisch sozusagen „zurück zu den Wurzeln“ geht. Es hat den Anschein als verzichte man ganz bewusst auf die großen Lichteffekte, spektakuläre Highlights, irgendwelchen neumodischen futuristischen Schnickschnack oder gar einen artistischen Showact. So wie es ist, ist es gut. Es ist gemütlich, familiär und man fühlt sich ganz einfach richtig wohl in dieser privaten Atmosphäre, die man so heutzutage kaum mehr bei Konzerten erlebt. Die Künstler auf der Bühne sind drei Stunden lang „auf du und du“ und vor allem auch in ständigem Kontakt mit ihrem Publikum.

Zudem setzen die musikalischen Gäste von Stefan Mross eher auf altbewährte Traditionen und vor allem auch auf den Slogan „Volksmusik macht Spaß“. Denn – außer den Cappuccinos, deren Programm den jungen modernen Popschlager unterstreicht – setzen alle Künstler eher auf das gute alte musikalische Volksgut bzw. den schlichten eingängigen Schlager der vergangenen Jahre ohne Bass, Beat und Technoeffekte. Das musikalische Programm des Abends besteht vor allem aus Liedern, die im TV oder Radio kaum mehr gespielt werden.

© Schlager.de/ Andrea Ney

Seinerzeit aus einer Brauchtumsgruppe heraus gegründet, sind „Die Schäfer“ bereits seit 1991 musikalisch unterwegs. Und das stets barfuß und in Original Schäfertrachten. Musikalisch vertreten sie nicht nur den Berufsstand der Schäfer, sondern auch absolut deren Lebensphilosophie, bestehend aus Bodenständigkeit, Freiheit und Lebenslust. Die vier baden-württembergischen Musiker Bianca App, Carla Scheithe, Michael Kastel und „Ur-Schäfer“ Uwe Erhardt versprühen zudem stets eine schier ansteckende Fröhlichkeit; so auch in Simmern. Quirlig, gut gelaunt und musikalisch ganz authentisch starten „Die Schäfer“ mit einem Titel aus ihrem aktuellen Album „Heute ist Morgen schon Gestern“. „Eins – zwei -drei“ – ein rhythmisch tanzbares Lied mit dem die Vier unterstreichen, dass Geld tatsächlich nicht alles ist und vor allem die Musik und die Freiheit ihre ganz persönliche Welt ist. Weiter geht es mit den Schäfer-Titeln „Leb deinen Traum“, „Endlich wieder Sonnenschein“ und „Dass die Sterne für dich wieder scheinen“. Und auch damit unterstreichen die überaus sympathischen Musiker, dass sie auf der Bühne ganz einfach ihren Traum auch leben dürfen. Dass sie die Menschen unterhalten dürfen, ist für sie zudem nicht selbstverständlich, sondern vor allen Dingen eine große Ehre. Mit einem Volksmusikmedley, das ganz authentisch vor allem auch ihre Heimatverbundenheit widerspiegelt, laden „Die Schäfer“ dann zum Ende des ersten Programmteils zum lautstarken Mitsingen und Mitklatschen ein.

Ronny Weiland begeisterte mit einer tiefen Stimme, einer beeindruckenden Bühnenpräsenz und vor allen Dingen mit „goldenen Schlagererinnerungen“ und russischen Weisen. Wer kennt sie nicht diese musikalischen Heimatklänge von einst. Der Titel „Das einsame Glöcklein“ bildete musikalisch den Einstieg in Weilands Bühnenprogram. Darauf folgten die ersten Balalaika Klänge mit dem Lied „Valerie spielt Balalaika“ oder aber den „Russischen Puppen“. Fast andächtige Stille im Publikum als Weiland das weltberühmte „Wolgalied“ anstimmt.

„Die Cappuccinos“ – ein junges Trio, welches sich in Form von jungem modernen Schlager vor allen Dingen mit dem Thema Liebe auseinander setzt. In Kürze – exakt am 13. Januar – feiern die Brüder René und Michèl Ursinus und ihr Bandkollege Peter Brückner das 10-jährige Bühnenjubiläum und versprechen schon heute neue Songs für den Sommer. Zusammen stark“ – so der Titel ihres noch aktuellen Albums aus dem sie drei Songs präsentieren. „Rosanne“, „Affären tun weh“ (gleichzeitig die aktuelle Single“) und „Wer das Leben liebt“.

© Schlager.de/ Andrea Ney

Angela Wiedl verzauberte mit ihrer einzigartigen und außergewöhnlichen Stimme das Publikum in der Simmerner Hunsrückhalle. Sie brillierte mit Liedern, die berühren und ein Stück weit auch unter die Haut gehen. Dass sie in einer überaus musikalischen und zudem gläubigen Familie aufgewachsen ist, wird bereits vom ersten Ton an deutlich. Ihr Bühnenprogramm ist sehr anspruchsvoll. Im Jahr 1991 startete sie mit dem Titel „Santa Maria della Montagna“ ihren musikalischen Weg und natürlich gehörte auch der Song, mit dem seinerzeit alles begann, zu ihrem ausgewählten Programm. Und auch „Mama Theresa“ gehört zu ihrer musikalischen Vita und umschreibt eine ganz persönliche Begegnung mit dem „Engel der Armen“. Und nicht zu vergessen: das Jodeln. Denn das wurde ihr sozusagen von ihren Eltern bzw. auch schon von Seiten der Großmutter bereits in die Wiege gelegt. Und strahlend und stolz gibt sie zu, dass auch schon die 5- jährige Tochter Gina Freude am Jodeln hat. Und natürlich darf auch ein Jodler-Medley in ihrem Programmteil nicht fehlen. Den Abschluss bildet hier ein ganz berühmter „Jodler“ – der „Erzherzog Johann Jodler“ nämlich. „Doch des Herzklopfen des verdank i dir“ – diesen Song präsentierte Wiedl zusammen mit Uwe Erhardt von den Schäfern.

Seit 2010 sind die beiden ein Paar und seit 2011 verheiratet. Seither klingen nicht nur ihre Stimmen, sondern vor allem auch ihre Herzen, im Duett. Und als Gastgeber Mross Angela Wiedl um ein „Gstanzl“ (Anmerkung der Redaktion: Gstanzlsind kleine Lieder mit (oft) improvisierten Texten) bittet, folgt sie dieser Bitte natürlich gerne und auch sofort.

Ein gemeinsames „Heimat- und. Volksliedermedley“ – präsentiert von Angela Wiedl, den Schäfern, Ronny Weiland, den Cappuccinos und Stefan Mross rundete den ersten Programmteil musikalisch ab.

Unter dem Motto „Stars mal anders“ erlebte man die Publikumslieblinge im zweiten Teil tatsächlich einmal ganz anders. Angela Wiedl präsentierte sich ohne ihr Markenzeichen – das bayrische Dirndl – und auch die Schäfer kamen im „kleinen feinen Zwirn“ und sogar mit Schuhen daher.

© Schlager.de/ Andrea Ney

Stefan Mross präsentierte die „Kleine Kneipe“ von Peter Alexander. Carla von den Schäfern begeisterte mit einem Akkordeon-Solo – unter anderem brillierte sie mit dem „Zirkus Renz“. Schäferin Bianca hatte sich für den Katja Ebstein Grand Prix-Hit „Theater“ entschieden und Michael und Uwe präsentierten den Titel „Tür an Tür mit Alice“. Im Anschluss daran stimmten die Schäfer gemeinsam den bekannten Schlager von Manuela „Schuld war nur der Bossa Nova“ an.

Ronny Weiland hatte sich für einen Titel aus der Oper Nabucco entschieden. Mit „Überall auf der Welt“ unterstrich er nochmals seine tiefe Bassstimme und irgendwie auch seine „russische Seele“. Angela Wiedl begeisterte nochmals mit ihrer warmen sonoren Stimme und dem Titel „I mog di mehr und mehr“, der absolut unter die Haut ging. Jung, keck, frech – die Cappuccinos setzen auf ihre eigenen Hits und präsentieren mit den Titeln „Ich mach dich zur Königin“, „Raphaela“ und „Party auf dem Mond“ ein schwungvolles modernes Medley.

© Schlager.de/ Andrea Ney

Stefan Mross begeisterte mit Schlagern, traditioneller Volksmusik aber natürlich auch mit einem Trompeten-Solo. Denn instrumental fing seinerzeit bei ihm alles an. Getreu seiner Manier hatte er auch stets die Lacher auf seiner Seite, denn er unterhielt das Publikum in der Hunsrückhalle selbstverständlich auch mit den verschiedensten Comedy-Einlagen – u. a. entführte er in die Schwarzwaldklinik – und dem ein oder anderen Witz. Da blieb tatsächlich kein Auge trocken. Sein persönlicher Programmteil bestand aus dem Titel „Die Helden des Alltags“. Diesen Song widmete er den Helfern von Polizei, Feuerwehr oder aber Rotem Kreuz; ganz einfach für ihren Dienst am Nächsten. Eine musikalische Hommage an einen großen und unvergessenen Bühnenkünstler unserer Zeit bot das Udo-Jürgens Hit-Medley. Und zum Schluss ertönten nochmals volkstümliche Klänge mit den Titeln „Rot sind die Rosen“, „Tulpen aus Amsterdam“ und „Blau blüht der Enzian“. Mit dem Titel „Sierra Madre“ setzte Mross mit Stimme und Trompete musikalisch zum Finale an und das Publikum verabschiedete ihn und seine musikalischen Gäste von „Immer wieder sonntags“ unterwegs mit tosendem Applaus und Standing Ovations. „Ciao d ́amore“ oder aber „Servus Freunde – es war schön“ – so der beliebte Moderator, bevor er die Bühne dann verlies.

Zeit nahmen sich die Künstler in der Pause aber auch nach der Veranstaltung für Autogramme, gemeinsame Fotos oder ganz einfach für ein kurzes Gespräch. Auch das ist eine schöne und mittlerweile nicht mehr selbstverständliche Zugabe, die vom Publikum überaus dankbar angenommen und vor allem auch wertgeschätzt wurde.

Denn gerade dieses Zwischenmenschliche gehört vor allem bei den größeren Tournee- Produktionen oftmals tatsächlich längst der Vergangenheit an. Wir sagen herzlichen Dank an den Veranstalter, die HC Hainich Concerts GmbH, dass wir von schlager.de mit dabei sein konnten. Es war uns eine Freude.