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Im Interview mit dem Macher der Eventreihe “Der Berg bebt”

Im Interview mit dem Macher der Eventreihe “Der Berg bebt” © Thomas Schmidt

Schlager.de sprach in einem kurzen Interview mit Fredy Broder, dem Macher der beliebten Eventreihe “Der Berg bebt“.

 

Lieber Fredy, Du pflegst dein „Baby“ nun schon seit 18 Jahren. Wie kam es zu dieser Idee und was treibt dich immer wieder an?

“Liebe Kiki, ich liebe die Musik. Ohne Liebe zur Musik hätte ich längst aufgehört und du kannst mir glauben, ich war schon oft der Verzweiflung nah. Wenn ich vergleiche, wie ich vor 18 Jahren angefangen habe, war damals diese Welt buchstäblich noch in Ordnung. Was hier heute zum Teil abgeht, ist unmoralisch und unehrlich gegen über Fans und Veranstalter. Angefangen hat es im Jahr 2000. Damals war ich selbst als Musiker sehr gefragt und tourte mit meiner Band über Spanien, Kroatien, Österreich, Südtirol, Schweiz bis nach Deutschland. Ich weiß also von der Pike auf, wie dieses Geschäft läuft. Mein Traum war immer ein eigenes kleines Open-Air am Badestrand von Walenstadt, direkt am Fuße der wunderschönen Churfirsten Bergkette.”

Gerade im Jahr 2016 hast Du einen richtigen Tiefschlag erlitten, der Dich auch ziemlich mitgenommen hat in jeglicher Hinsicht! Aber Du bist ein Kämpfer mit sehr viel Herz und Leidenschaft für den deutschen Schlager. Frei nach dem Motto” Jetzt erst recht”, oder?

© “Der Berg bebt”

“Ja, das ist so. Wenn man denkt, dass ich über Jahre mein Open-Air ohne irgendwelche Garantie aus eigener Tasche finanziert habe und viele Menschen in der Region Geld an Fredy Broder verdient haben, wurde ich von allen Seiten wirklich schwer enttäuscht. Ich habe wirklich bis auf meine Gesundheit spüren müssen, dass es ein Einzelkämpfer, wie ich, schwer im Leben hat. Ich wurde von vielen Seiten hintergangen und auch Künstler, die ich in der Schweiz auf die große Bühne holte, haben sich für die Kohle entschieden und wandten mir den Rücken zu. Von all den Schulterklopfern blieben nur gerade zwei, die immer zu mir Standen. Dies sind Sandro Stampa, Werner Plüss und natürlich meine Familie.Dazu kam noch, dass 2016 ein heftiger Sturm über das Open-Air-Gelände fegte. Die Unterbrechung kostete wahnsinnig Geld und Nerven, denn diese lagen buchstäblich blank und ich war der alleinige Entscheidungsträger für 15 000 Menschen , den Staff, die Künstler und Manager. Auch da hat sich gezeigt, welche Leute wirklich ehrlich sind.Jetzt erst recht? Ich wollte aufhören, ich bin müde, hab zu viel erlebt. Doch Seefeld ist meine Herzensangelegenheit. Ich mach dort schon 18 Jahre Urlaub. Die Menschen sind genau wie die Natur dort ein Traum.”

2017 dann hast Du die Premiere in Flims (Schweiz) gefeiert und in diesem Jahr nun verschlägt es Dich nach Seefeld in Tirol (Österreich). Wie kam es dazu?

“Flims war leider ein weiterer Tiefschlag. Für diese Veranstaltung habe ich eigentlich nur meinen Namen gegeben und war für die Künstler und Bookings und den reibungslosen Ablauf der Show verantwortlich. Die Verantwortlichen vor Ort hatten keine Ahnung von dieser Szene und wollten einfach schnellstmöglich Kohle machen. Ihr Ziel war zwischen 8 -10.000 Fans bei der ersten Austragung und ich sagte immer, wenn wir 4000-5000 haben wir einen Superstart. Anstelle der drei Jahre Aufbau, haben sie die Übung bereits nach einem Jahr abgebrochen, was ich sehr Schade finde.”

Was erwartet die Schlagerfans am 29.und 30. Juni in der neuen Schlagermetropole? Es gibt, glaube ich, einige Highlights!?

“Unser Ziel ist es, wie das Motto auch herausstreicht, jung, frech, ehrlich und anders zu sein. Das heißt, der Berg bebt ist immer hautnah und eine Veranstaltung für die Fans. Die Ticketpreise sind sehr human und das was geboten wird, ist auch das Geld wert.Wir haben TOP Leute und die versprechen ehrliche und gradlinige Musik. Wir wollen aber vor allem auch den jungen Künstlern die Bühne öffnen, denn es gibt wahnsinnig tolle junge Leute, die Schlager und Volksmusik machen. Doch leider stehen auf vielen Bühnen und auch im TV nur noch dieselben Interpreten auf den Brettern.Seefeld ist der richtige Ort. Alles ist sehr zentral gelegen und mitten in den herrlichen Tiroler Alpen von überall her schnell erreichbar.Das Open-Air beginnt bereits am 29. Juni mit einer Warm-Up-Party mit jungen Musikern, die ihr Handwerk verstehen und Vollgas geben. Bereits am Vormittag machen wir eine tolle Schlagerwanderung hinauf zur Hämmermossalm. Natürlich erwartet und auch dort eine tolle Musi.”

Wird es, aller Wahrscheinlichkeit nach, in Zukunft bei dem Standort Seefeld bleiben?

“Wenn ich auf mein Herz hören kann, dann ganz klar JA! Natürlich braucht es einen super Anfang und die Gunst der Fans und der Medien. Wenn wir das erreichen, dann hat die Welt wieder eine wirklich tolle und ehrliche Veranstaltung mehr. Für die jungen Musiker könnte das wieder ein echtes Sprungbrett werden. Das wäre eigentlich mein ganz großer, persönlicher Wunsch.”

Wir bedanken uns herzlich bei Dir für die offenen Worte und freuen uns auch 2018 wieder dabei sein zu dürfen!