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Florian Silbereisen präsentiert “Das große Schlagerfest” 2018

Florian Silbereisen präsentiert “Das große Schlagerfest” 2018 © Andrea Ney

Die Party des Jahres ist Anfang April gestartet und machte am dritten Tourneetag Station in der Römerstadt Trier. Das bewährte neue Tournee-Konzept von Florian Silbereisen hat sich auf jeden Fall bewährt und wird auch in diesem Jahr fortgesetzt, u.a. mit einer Party-Area direkt an der Bühne – „Front of Stage“ sozusagen – und beeindruckenden Akzenten. Die unzähligen Schlagerfans in der Trierer Arena bewiesen auch in diesem Jahr, dass sie auf jeden Fall mit dem Trend gehen und absolut partytauglich sind.

 

Von wegen altbacken oder gar ein Auslaufmodell! Der deutsche Schlager ist generationsunabhängig trendy, hip und sexy und längst entstaubt. Gerade, wenn er präsentiert wird, wie Showmaster Florian Silbereisen es versteht. Wen wundert es dann, dass die junge Generation den Zugang zum Genre Schlager gefunden oder aber ganz neu für sich entdeckt hat.

Florian Silbereisen und seine musikalischen Gäste – selbstverständlich alle miteinander partytaugliche Hit-Garanten – sind momentan in Deutschlands Party-Arenen unterwegs mit der Tournee zur erfolgreichsten TV-Musikshow Deutschlands. Dass man auch in Trier mitmachen, mitklatschen und lautstark mitsingen kann, davon hat sich Schlager.de vor Ort überzeugen können. Wir waren nicht nur live dabei, sondern vor allem mittendrin und haben das wirklich „volle Programm“ 3 1⁄2 Stunden lang nicht nur genossen, sondern aktiv mitgefeiert.

Klubbb3 – Ross Antony

Bereits zum zweiten Mal sind auch Silbereisens KLUBBB3-Kollegen – Christoff aus Belgien und Jan Smit aus Holland – mit an Bord. Ein Motto der drei musikalischen Freunde – gleichzeitig auch der Titel der aktuellen Klubbb3-CD – lautet „Wir werden immer mehr“. Dieser Slogan wurde selbstredend zum Motto der Tour 2018, denn auch die Schlagerbegeisterten werden ganz einfach immer mehr. Und vorneweg bemerkt: Die drei musikalischen Märchenprinzen sind auf jeden Fall diejenigen, die das Programm des Abends voll und ganz bestimmen.

„Very britisch“, aber dennoch unlängst dem deutschen Schlager verfallen, intoniert der quirlige Brite Ross Antony den deutschen Schlager mit einem überaus frischen Bühnen-Entertainment. „Aber bitte mit Schlager“ – so lautet nicht nur sein Motto, sondern auch der Titel seiner CD. In Trier stellte Antony dies mit einer Inbrunst und Leidenschaft, die ihresgleichen sucht, unter Beweis.

Jürgen Drews – Ben Zucker

Vor ein paar Tagen feierte Jürgen Drews seinen 73. Geburtstag, den Thomas Gottschalk 1999 als „König von Mallorca sozusagen „adelte“ und stürmt seither die Musik-Charts. Er prägt sprichwörtlich als Urgestein die Welt des deutschen Schlagers und ist nach wie vor ein Quotengarant. Bemerkenswert, dass auch die Generation jener Fans die Drews-Schlager kennt und doch aus einer Zeit stammen, in der manch einer von ihnen noch gar nicht geboren war.

Mit von der Partie ist zudem Newcomer Ben Zucker. Das Jahr 2017 war sozusagen absolut „Zucker für Zucker“, denn seitdem mischt er die Schlagerszene so richtig auf. Einmal gehört, bekommt man seine rauchig-kratzige – aber dennoch sehr warme – Reibeisenstimme so schnell nicht mehr aus dem Kopf. Frei nach einem seiner Titel „Na und?!“ lassen auch wir uns gerne in seine musikalische Welt entführen.

International erfolgreich und schier überall bekannt sind aber auch die Mitglieder der Dancefloor Destruction Crew – kurzum auch DDC genannt. Die Breakdancer konnten schon so manchen Weltmeistertitel für sich entscheiden und werden auch anlässlich der Tour wieder einmal mehr zeigen, wie jung, sexy und spektakulär der Schlager heute tanzt. Und die sympathischen fünf Bayern sorgten bereits zu Beginn der Show für einen fulminanten Auftakt und zudem für einen spektakulären Empfang des Gastgebers. So gehörten die ersten gesungenen Textzeilen natürlich auch ihm. Florian Silbereisen interpretierte in einem Medley die Titel „Pure Lust am Leben“ von Geier Sturzflug, den Udo Jürgens Klassiker „Griechischer Wein“ und „Live ist life“ von Opus. Seiner Frage: „Wollt Ihr singen? Wollt Ihr tanzen Wollt Ihr feiern“ und Seid Ihr startklar für die Schlagerparty des Jahres?“ folgte ein lautstarkes positives Echo aus dem Publikum.

DDC – Dancefloor Destruction Crew

Und bereits der erste Interpret, den Silbereisen als „Glitzerkugel des deutschen Schlagers“ ankündigte, startete musikalisch sogleich in die Vollen. Im knallroten Glitzeranzug betrat Ross Anthony die Bühne und begeisterte mit einem stimmungsvollen ersten Medley. Der temperamentvolle Brite überzeugte mit musikalischen „Schlagerlegenden“. Er intonierte Bata Illics „Michaela“, „Himbeereis zum Frühstück“ von Hoffmann & Hoffmann, „Erna kommt“ von Hugo Egon Balder, „Ein Student aus Uppsala“ (Kirsti) und von Jürgen Marcus “Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“. Silbereisen versprach, dass man den Schlager „jetzt noch mehr glitzern ließe“ mit ganz viel „Schalala“ und interpretierte – ebenfalls im roten Glitzerdress – zusammen mit Ross Anthony den Tony-Christe-Hit „Amarillo“.

Mit der nächsten Interpretin sorgte Florian Silbereisen für eine Überraschung. Helene Nissen, eine junge Sängerin, die Silbereisen vergangenes Jahr im Rahmen des Eurovision Song Contest-Vorentscheid kennengelernt hatte, betrat zunächst etwas schüchtern und sichtbar aufgeregt die große Show-Bühne, begeisterte aber sodann mit einer tollen Stimme und einer exzellenten Darbietung des Gloria-Gaynor-Titels „I will survive“. Florian Silbereisen versprach, dass er auch weiterhin auf Helene aufpasst und präsentierte gemeinsam mit ihr den Duett-Titel von Udo Jürgens und seiner Tochter Jenny „Liebe ohne Leiden“.

Die Breakdancer der DDC begeisterten mit dem Tanz-Rap „Tanzen geh ́n“, so der Titel, und forderten das Publikum im Anschluss zum „Sirtaki“ auf. Eine perfekte Überleitung zum nächsten Programmpunkt übrigens. Denn Klubbb3 stimmten mit ihrem Hit „Das Leben tanzt Sirtaki“ ein. Und dieser charmanten Aufforderung kam das Trierer Publikum natürlich gerne nach. Beim nächsten Titel „Selfie! Fertig! Los“ gingen die drei dann absolut auf Tuchfühlung mit den Gästen der Arena und ließen sich gerne mit den Freunden und Fans ihrer Musik in Selfies ablichten. „Save all your kisses for me“ – diesen Song präsentierten Klubbb3 schließlich gemeinsam mit Helene Nissen und Ross Anthony.

„Zum Schlager gehören nicht nur die lauten Töne, sondern manchmal auch die ganz leisen“, erklärte Florian Silbereisen. „Es gibt Lieder, die muss man nicht unbedingt mitsingen, sondern eher mitfühlen“, führte er weiter aus. Mit dem Titel „Ruf Teddybär 1-4“ von Jonny Hill, sorgte er nicht nur für einen kleinen „cool down“, sondern vor allem für absolute Gänsehaut-Stimmung.

Nachdem verschiedene bunte Medien-Blätter Klubbb3 seinerzeit als „neue deutsche Boygroup“ bezeichnet hatten, wollten Florian, Jan und Christoff dann doch gerne wissen, ob sie in „ihrem Alter“ denn tatsächlich noch mit einer der legendären Boybands mithalten können. Die drei begaben sich ins „Trainingslager“ und lieferten „vor Ort“ in Trier mit dem Titel „Relight my fire“ sogleich den Beweis, dass sie absolut „Boyband-tauglich“ sind.

Helene Nissen

Im Anschluss lieferten Helene Nissen, Ross Anthony und Klubbb3 mit dem Titel „Joanna“ eine musikalische Hommage stellvertretend an alle Frauen, die je in der Schlagerwelt besungen wurden.

Ben Zucker fehlte noch in der ersten Halbzeit und präsentierte sehr zur Freude seiner Fans, wovon einige in Trier zugegen waren, sogleich zwei seiner Hits. „Na und“ und „Was für eine geile Zeit“. In einem Medley verriet Zucker ein Stück weit, welche Künstlerinnen und Künstler zu seinen persönlichen Hit-Giganten zählen. „Über den Wolken“ (Reinhard Mey), „It ́s a heartache“ (Bonnie Tyler) und „Freiheit“ (Marius Müller-Westernhagen). Bei diesem Westernhagen-Titel suchte auch Zucker den Kontakt mit dem Publikum, lief durch die Reihen und lies sich mit den Fans fotografieren. Mit dem letzten Titel seines Programmteils „I need a hero“, den er im Duett mit Helene Nissen präsentierte, stellte Zucker unter Beweis, dass auch solche Songs zu ihm passen.

Wolfgang Petry prägte die deutsche Schlagerszene und eine Hommage an ihn und seine großen Hits lieferten Klubbb3 nicht nur musikalisch, sondern auch stylisch und authentisch in Karohemden, Lockenperücken und mit Freundschaftsbändern an den Handgelenken. Unterstützt von Helene Nissen, Ross Anthony und der Dancefloor Destruction Crew interpretierten sie so einige Petry-Klassiker und sorgten damit vor der Pause nochmals für ausgelassene Stimmung.

Und auch im zweiten Teil des Programms ging es „Schlag auf Schlager“ weiter. Den Anfang machten Klubbb3 mit ihren Songs. „Ein Tattoo für die Ewigkeit“, „Wenn die Sonnenblumen wieder blüh ́n“, „Die besten Wege führ ́n nach Haus“ und „Du hast es doch schon fast geschafft“. Mit der Interpretation dieser Titel knüpften die drei schier nahtlos an die gute Stimmung der ersten Halbzeit an.

“Schlag auf Schlager”

Gemeinsam kündigten sie den Stargast des Abends an. Den Mann, den wohl jeder kennt und dessen Hits auch jeder mitsingen kann: Jürgen Drews. Er wurde mit frenetischen Applaus empfangen, noch bevor er den ersten Ton überhaupt gesungen hatte. Seine Titel „König von Mallorca“, „Von Null auf Hundert“, „Und ich schenk dir einen Regenbogen“, „Wenn die Wunderkerzen brennen“ und „Wieder alles im Griff“ begeisterten das Publikum und wurden lautstark mitgesungen. Jürgen Drews bezeichnet seinen Erfolg ganz bescheiden mit den Worten „Glück gehabt“ und heizte dem Trierer Publikum mit „Mama Loo“ und „Irgendwann, irgendwo, irgendwie“ nochmals richtig ein. Beim Titel „Ich bau dir ein Schloss“ leisteten ihm seine Künstlerkollegen nicht nur stimmlich Gesellschaft, sondern werkelten im „Handwerker-Outfit“ an aufblasbaren Schloss-Türmen“ herum. Jürgen Drews outete sich als bekennender Fan von Klubbb3 und fragte scherzhaft, ob er nicht noch einsteigen könne; dann wäre man halt Klubbb4.

“Noch mehr Glitzer” und “Schalala”

In den Titel „Der größte Chor der Welt“, den Klubbb3 zum Besten gab, stimmte das Publikum sogleich stimmgewaltig ein und nach diesem Song kündigte Silbereisen die wohl „heißeste Nummer des Abends“ an. Im Samba Outfit wirbelte Ross Anthony beim Titel „Tanze Samba mit mir“ (Tony Holiday) über die Bühne. Unterstützt von den Klubbb3-Kollegen.

„One more time“ hieß es dann nochmals für die Jungs der DDC. Der letzte Solo-Aufritt in Richtung Finale gehörte dann nochmals Klubbb3. Diese präsentierten in einer „Schlager-Endlos-Schleife“ ihre Hits „Jetzt erst recht!“, „Märchenprinzen“, „1000 Meilen weit“, „Paris“, „Du schaffst das schon“ und „Wie eine Familie“. Silbereisen meinte dann mit einem verschmitzen Augenzwinkern: „Wir gehen gemeinsam ins Bett“. „Und das steht seit 40 Jahren wo…?“. Logisch: „Im Kornfeld“. Und exakt diesen Titel sangen alle Künstler gemeinsam – lautstark unterstützt von ihrem Publikum. Zum Finale setzten alle Künstler nochmals musikalische Akzente mit einem Feuerwerk an Hits zum aktiven mitmachen. „Ein Bett im Kornfeld“, „Que sera sera“, „Tausend mal berührt“, „Pure Lust am Leben“ und „Nachts, wenn alles schläft“. Die Künstler verabschiedeten sich mit dem Titel „Oh wie ist das schön“. Und ja – ein solcher Abend müsste tatsächlich nicht immer gar so schnell vergehen.