G. G. Anderson: „Auf der Bühne schwebe ich auf Wolke 7 – zu Hause klatscht keiner für mich“

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G. G. Anderson: „Auf der Bühne schwebe ich auf Wolke 7 – zu Hause klatscht keiner für mich“
DAS NEUE BLATT
18.03.2021

Langweilig sei ihm, gesteht uns Schlagersänger G. G. Anderson, als wir ihn telefonisch erreichen. Kein Wunder! Normalerweise steht der 71-Jährige fast 200 Tage im Jahr auf der Bühne – und das seit über 40 Jahren. Nun muss er sich die Zeit anders vertreiben …

Ich stelle mir das sehr schwer vor, wenn man immer unterwegs war und jetzt so „eingesperrt“ ist. Wie verkraften das Ihre Nerven?

G. G. Anderson: „Na ja, da habe ich wirklich das Glück, dass wir ein großes Zuhause haben. Natürlich sitzen wir die meiste Zeit zusammen in der Kaminecke und schauen fern. Es gibt wirklich Tage, an denen ich viereckige Augen habe, weil ich zu viel schaue. Ich gucke mit meiner Frau jetzt mittags immer ‚Rote Rosen‘ und ‚Sturm der Liebe‘ (lacht). Das habe ich früher nie gemacht. Hier im Haus haben wir aber auch zum Beispiel ein kleines Schwimmbad, in dem ich auch mal eine Runde schwimmen kann. Außerdem ist es in der Umgebung schön grün, und wir können wunderbar spazieren gehen.“

Wann sind Sie nicht so gut drauf?

G. G. Anderson: „Ich hatte 2014/2015 nun wirklich alle Krankheiten, die man nicht braucht. Unter anderem auch Depressionen. Ich habe mir damals professionelle Hilfe geholt und gelernt, dass man diese Tage zulassen soll und auch daran glauben darf, dass diese Zeit wieder vergeht. Es gibt auch Menschen, die trinken, um sich zu betäuben. Besser ist, dass man rausgeht – an die frische Luft. Das ist immer einfacher gesagt als getan. Als ich damals Depressionen hatte, konnte ich nicht mal mehr den Fernseher im Schlafzimmer einschalten. Ich habe mir die Bettdecke über den Kopf gezogen – und es ging nichts mehr. Wenn mir damals jemand gesagt hätte: ‚Geh doch mal raus!‘ Dann hätte ich auch geantwortet: ‚Ich kann nicht.‘ Man muss sich aber zwingen und sich ablenken. Es kommen auch wieder bessere Zeiten.“

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Was ist aktuell das Schlimmste für Sie – abgesehen von der Tatsache, dass Sie nicht auftreten können?

G. G. Anderson: „Dass ich meine besten Freunde nicht mehr sehen oder umarmen kann. Wenn du ständig auf der Bühne stehst, schwebst du auf Wolke sieben. Und plötzlich ist alles vorbei. Hier zu Hause klatscht keiner für mich (lacht).“

Auch nicht Ihre Frau?

G. G. Anderson: „Wenn ich mich hier zu Hause manchmal hinstelle und anfange zu singen, dann klatscht Monika auch mal aus Spaß.“

Hat sich eigentlich auch Ihre Ehe verändert, seit Sie mit Ihrer Frau so viel Zeit zusammen verbringen?

G. G. Anderson: „Damit muss man auch umzugehen lernen. Natürlich ist Monika bei Auftritten auch dabei, aber nicht immer. Jetzt hocken wir seit vergangenem März hier aufeinander (lacht). Natürlich können wir uns auch aus dem Weg gehen. Aber ich freue mich auch jeden Tag darauf, wenn wir zusammensitzen und ‚Rote Rosen‘ schauen.“

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