Suche

Tony Marshall: “Frauen an den Herd? Ja, absolut!”

Tony Marshall: “Frauen an den Herd? Ja, absolut!” © Ingolf Keller

Ach Tony, was wohl die „Schöne Maid“ dazu sagen würde? Wir sagen erst mal: Glückwunsch –zum 80. Geburtstag am 3. 2.! Den feierte der Ehrenbürger von Baden-Baden und Bora-Bora mit einem neuen Album.

 

„Senioren sind nur zu früh geboren“, heißt Ihr neues Album. Was meinen Sie damit?

Wir haben viel gelernt in all den Jahren, und um all das wiederzugeben und zu genießen, brauchen wir mehr Zeit! Und es ist ja auch schade, wenn alles schnell rum wäre.

Aber das dauert ja noch.

Ja, an mir soll das nicht liegen! Aber ich kann nicht gegen die Natur angehen. Die sagt irgendwann: „Es reicht“!

Woran merken Sie das?

Bis jetzt fühle ich mich fit wie ein Turnschuh. Das Leben wird einem ja geschenkt. Irgendwann kommt dann die große Liebe. Bei mir war das meine Frau Gaby. Vielleicht hatte ich so viel Glück im Leben, weil sie an meiner Seite ist. Wir waren ganze drei Jahre verlobt, das lief alles langsamer. Heute ist das anders.

Inwiefern?

Heute gibt es One-Night-Stands. Aus der Disco raus, und dann wird geheiratet, und dann ist das Kind unterwegs, und man lässt sich wieder scheiden.

Passiert das alles zu schnell?

Ja, darauf kann man doch kein Leben aufbauen! Dann lieber kinder- und ehelos bleiben. Da hat heute doch kein Mensch mehr was dagegen.

Freut sich denn Ihre Frau Gaby, dass Sie bald wieder öfter zu Hause sind?

Natürlich. Sie hat das ja ein Leben lang mitgemacht. Ich stehe seit 63 Jahren auf der Bühne und bin seit 56 Jahren verheiratet. Sie hat mir drei wunderbare Kinder geschenkt. Aber sie hatte noch nie das Verlangen, ihren Mann zu begleiten.

Wie kommt’s?

Bei uns hat jeder seine Aufgabe und ist glücklich damit. Wir sind sehr traditionell und noch konservativ erzogen. Das verliert man ein Leben lang nicht.

Also: Frauen an den Herd? Finden Sie so eine Einstellung noch zeitgemäß?

Ja, absolut, ganz klar! Solange sich die Partner mit den Aufgabenbereichen in der Partnerschaft wohlfühlen.

Was raten Sie denn den jungen Leuten heute?

Etwas mehr Zurückhaltung. Öfter nachdenken, wenn es um die Zukunft geht. Das Einzige, was die Jugend uns voraushat, ist der Umgang mit dem Handy (lacht).