Exklusives Konzert mit Thomas Anders in historischen Mauern

Exklusives Konzert mit Thomas Anders in historischen Mauern © Andrea Ney/Schlager.de

Klein, fein und exklusiv – mit diesen drei Schlagworten lässt sich der Konzertabend von Thomas Anders und seiner Band in Cochem kurz und prägnant beschreiben. Das Kulturzentrum Kapuzinerkloster bot zudem einen ganz außergewöhnlichen Rahmen: Historische Mauern für eine musikalische Premiere, die es so zuvor sicherlich noch nicht gegeben hat.

 

Knapp 200 Gäste sind der Einladung des Radiosenders SWR 4 Rheinland-Pfalz gefolgt. Die Karten gab es nicht zu kaufen, sondern nur für die Hörerinnen und Hörer des Senders zu gewinnen. Und bereits vor dem Einlass tummelten sich die ersten Fans vor dem Kulturzentrum auf dem Cochemer Klosterberg. Zunächst lud man im Innenhof – angrenzend an den Pater-Martin-Saal – zu einem Sektempfang, bevor man ca. eine halbe Stunde vor Konzertbeginn Einlass in das Prunkstück des Klosters gewährte. In der ersten Reihe nahmen sogleich die Hardcore-Fans in Shirts mit dem Foto ihres Idols Platz. Nach einer kurzen Anmoderation von SWR-4-Moderatorin Corinne Schied betrat zunächst die Band die Bühne. Nach einem kurzen musikalischen Intro dann Thomas Anders – begleitet von einem tosendem Beifall und das bevor der erste Ton überhaupt erklungen war.

Ein Titel aus Modern-Talking-Zeiten sorgte bereits zu Beginn für allerbeste Stimmung und stellte den musikalischen Eisbrecher des Abends dar. Vielleicht hat man auch gerade darauf gewartet, dass Anders die MT-Kultklassiker zum Besten gibt. 33 Jahre sind es her, seit Modern Talking im Oktober 1984 ihre Debütsingle „You ́re my heart, you ́re my soul“ veröffentlichten. Und bereits drei Monate später erreichte dieser Song die Top 10 der deutschen Single Charts und hielt sich insgesamt 10 Wochen unter den ersten zehn Platzierungen. In ihrer Vita blicken Modern Talking auf mehr als 120 Millionen verkaufter Tonträger in den ersten zehn Jahren ihres Bestehens zurück. Nach einer ersten Trennung vereinten sich die beiden Pop-Giganten Anders und Bohlen im Jahr 1998 wieder und verkauften in den fünf Jahren ihres musikalischen Comebacks noch einmal über 60 Millionen Tonträger. Nach diesem „Remake“ geht man seit 2003 endgültig getrennte Wege. Das Pop-Duo Modern Talking ist Geschichte – die großen Hits sind allerdings immer noch präsent.

Seit gut 10 Jahren ist Thomas Anders solo unterwegs und wird auch heute noch in den USA und Russland gefeiert mit den alten Modern Talking-Kultsongs. Am 7. April 2017 veröffentlichte Anders sein erstes deutschsprachiges Album. Für ihn ist dieses Werk eine Rückkehr zu seinen Wurzeln, denn seine allerersten Singles hat er seinerzeit tatsächlich in deutscher Sprache aufgenommen. Dennoch – und das gibt er an diesem Abend offen zu – musste er sich für das Album „Pures Leben“ tatsächlich ganz neu orientieren, ausprobieren bzw. auch ergründen. Welche deutsche Musikrichtung und welche Sprachrichtung passen zu Thomas Anders? Womit kann er sich überhaupt identifizieren? Er hat – das muss man ganz einfach feststellen – „in Deutsch“ eine ganz klare Linie gefunden. Das Album trägt vor allem seine Handschrift, so kann man es unterstreichen. Jeder Song geht ins Ohr. Vom Genre her finden sich moderne eingängige Popschlager und zudem wohlklingende Balladen auf der Longplay, die seine markante Stimme unterstreichen und perfekt zur Geltung bringen. Die Hauptthemen sind natürlich das Leben, die Liebe und die Freundschaft, aber vor allem die pure unbeschwerte und schier unbändige Lebenslust. Schon die erste Singleauskoppelung „Heut ist der beste Tag meines Lebens“ hat Hitpotential.

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Thomas Anders

Thomas Anders – Der beste Tag meines Lebens (official video)
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Doch zurück zum Konzert im Kapuzinerkloster, wo der „Gentlemen of Music“ und seine Band gut 90 Minuten lang vom Publikum begeistert gefeiert wurden. Für ihn ist dieser Abend selbst ein Stück weit auch „Heimspiel“, ist der Koblenzer doch trotz nationaler und internationaler Erfolge seiner Heimat stets treu geblieben. Zieht es ihn musikalisch oft in die große weite Welt und ist die spanische Insel Ibiza für ihn und seine Familie längst zum Lebensmittelpunkt geworden, so weiß er doch genau, wo seine Wurzeln sind, die ihn immer auch ein Stück weit erden. Und sogar sein 87-jähriger Vater hat es sich nicht nehmen lassen, bei diesem schier einzigartigen Abend dabei zu sein. Selbstverständlich präsentiert Thomas ein paar seiner deutschsprachigen Songs aus dem aktuellen Album. Ansonsten versetzt der Abend aber tatsächlich in die 80er- und 90er Jahre, in die Zeit von Modern Talking, zurück. Und natürlich hängt Anders irgendwie an den alten Hits, die immer Heimat bleiben, wenngleich er einige dieser Songs gerne in einem musikalisch neu arrangierten Gewand präsentiert. Das Publikum des Abends kann nicht genug von den Hitklassikern bekommen, wie z. B. Cherie Cherie Lady, Atlantis is calling, Brother Louie, You can win if you want, Sexy sexy lovers und natürlich auch „You ́re my heart, you ́re my soul. Schon nach den ersten Tönen hält es niemanden mehr auf seinem Stuhl. Anders und seine phantastische Live-Band verstehen es vom ersten Ton an, das Publikum zu begeistern und vor allem auf ihre musikalische Reise mitzunehmen, die sicherlich ein Stück weit „Pop-Historie“ ist.

Zusammen mit Anders stehen erfahrene Profimusiker auf der Bühne, die ihre unbändige Freude an der Musik transportieren können. Drei von ihnen – Bernd Höfer, Nick Scharfschwerdt und Lars Ilmer – stammen zudem aus der „Modern Talking Zeit“, ein eingespieltes Team: Man kennt sich lange Jahre – man schätzt und vertraut sich und ist vor allem mit Freude und Passion an der Sache. Ein absolutes Highlight des Abends war sicherlich auch die unplugged Performance verschiedener Titel, wo Gittarist Lars Ilmer Thomas auf der Akustikgitarre begleitet. Wow! Die „MT-Debütsingle“ von einst hat sicherlich niemand zuvor in einer solchen Gänsehaut-Version gehört.

Der Abend war eine runde Sache: Eine musikalisch, technisch und optisch stilsichere, und professionelle Bühnen- und Lichtshow – ganz ohne sonstigen Bühnenschnickschnack. Kurzum: Ein ganz besonderer Abend, den man sicher nicht alle Tage erlebt.

 

Andrea Ney

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