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Münchener Freiheit: “Wir werden uns nicht neu erfinden”

Münchener Freiheit: “Wir werden uns nicht neu erfinden” © Schlager.de

Das Musikbusiness ist ein schnelllebiges Geschäft. In einem immer noch engen Takt werden Castingshow-Gewinner in den Markt gedrückt und versuchen Newcomer ihr Glück auf Erfolg. Eine Band wie die Münchener Freiheit, die beinahe 40 Jahre zusammen Musik macht, ist da ein fast antiquiertes Modell – aber eben nur fast. Die Münchener Jungs, 1980 von Sänger Stefan Zauner und Gitarrist Aron Strobel gegründet, sind sich über die Jahre treu geblieben und müssen sich nicht mehr neu erfinden. Auch mit Frontmann Tim Wilhelm, der 2012 für Stefan Zauner eingestiegen ist, setzt sich der Erfolg nahtlos fort. Wir trafen ihn am Rande eines Schlagerevents in Schwerin gemeinsam mit seinem Bandkollegen Micha Kunzi. Schnell wird klar: Ein Interview mit der Münchener Freiheit ist gelebte Musikgeschichte. Es geht nicht nur um den schnellen Erfolg – die Band ist auf Langstrecke zu Haus. Es geht nicht um einstudierte Antworten und professionelle Distanz: Die Band ist nahbar und echt. Ein Gespräch über Authentizität und die Definition von Erfolg – und Geschichten aus der legendären “Todeszelle” – jener Hotelbar in Berlin, in der die Stars der ZDF-Hitparade nach der Sendung gemeinsam gefeiert haben…

 

Als Redakteurin bei Schlager.de vertrete ich ein Medium für den deutschen Schlager, und Ihr spielt ja auch auf vielen Schlagerpartys. Seid Ihr einverstanden mit der Zuordnung ausschließlich in dieses Genre?

Micha: Wir sind eine klassische deutsche Popband. Das ist unser Ursprung. Aber wir haben unseren Frieden mit der Kategorie Schlager gemacht, die sich im Laufe der Zeit ja völlig gewandelt hat. Der Schlager war schon totgesagt, aber er lebt und hat in den letzten Jahren Aufwind bekommen. Das Vorurteil, er sei volksverdummende Musik, stimmt überhaupt nicht. Wir gehören zum Schlager und haben kein Problem damit. Unter uns Künstlern gibt es in der Musik sowieso keine Mauern.

Ich habe die Frage ganz bewusst gestellt, denn man sieht Euch in den Shows von Florian Silbereisen und Carmen Nebel nicht. Werdet Ihr nicht eingeladen oder wollt Ihr nicht dabei sein?

Tim: Beides kann ich so nicht bestätigen. Es gibt von unserer Seite aus keine Berührungsängste, keine Scheuklappen. Wenn man allerdings unseren Terminkalender ansieht, dann wird man merken, dass wir wirklich viel unterwegs sind, gerade auch in diesem Jahr. Das finden wir natürlich toll, hat aber zur Folge, dass wir an den Wochenenden, an denen die Shows laufen, oft auf der Bühne stehen.

Was macht den Schlager heute wieder so attraktiv?

Micha: Die Schlagerevents, auf denen wir spielen, sind für die Leute gute Unterhaltung. Sie können sich treiben lassen, trinken was, feiern. Die Leute wollen einen tollen Abend haben mit einer bunten Mischung an Künstlern.

Tim: Wir sind ja derzeit unter anderem mit der „Schlagernacht des Jahres“ unterwegs, und wir verheimlichen solche Shows ganz und gar nicht – vielmehr freuen wir uns jedes Mal darauf! Unter uns Künstlern fühlen sich diese Veranstaltungen ein bisschen wie Klassentreffen an, und wir schätzen einander gegenseitig. Okay, wir sind stilistisch nicht unbedingt typisch und eher eine Farbe am Rand. Trotzdem kann das Publikum unsere Hits mitsingen. Das ist großartig! Und wenn die Presse – wie unlängst – schreibt, dass wir die Schlagernacht rocken, dann freut uns das.

Das große Interview mit der Münchener Freiheit – Teil 2

Sina WormAutor:
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