Exklusives InterviewSarah Jane Scott: Sie singt für ihre Heimat!

Sarah Jane Scott: Sie singt für ihre Heimat! © Thorge Schramm / Schlager.de
Andreas Breitkopf

„Ich glaub es geht schon wieder los“ – diese Liedzeile kann auf Sarah Jane Scott übertragen werden: Nach einer knapp zwei Jahren Kreativ-Pause meldet sich die junge Amerikanerin aus Honesdale (Pennsylvania) zurück in der Schlagerwelt.

Mit „It’s a beautiful life – Halleluja“ möchte sie den Fans mitmachen, das Leben so anzunehmen, wie es ist und stets das Beste daraus zu machen. Wir haben mit ihr über ihr Leben, ihre bisherige Karriere und die neuen Pläne gesprochen.

Liebe Sarah Jane, in Deutschland (sicher auch bei Dir in Berlin) herrschen seit Beginn der Woche Temperaturen, die denen in der Sahara gleichen. Wie kommst Du mit diesem Wetter klar?

„O, das ist eine gute Frage! Ich trinke ganz viel kaltes Wasser. Heute habe ich aber gelesen, dass man nicht so viel kaltes Wasser bei dieser Hitze trinken soll. Trotzdem trinke ich zur Abkühlung Wasser mit vielen Eiswürfeln. Außerdem bin ich als Amerikanerin gewohnt, überall Klimaanlagen zu haben. In Deutschland ist dies im Vergleich zu Amerika zwar in Supermärkten vorhanden, aber selten zu Hause. Jetzt habe ich mich an diese Veränderung gewöhnt, aber es hat einige Zeit gedauert. Weiterhin schlafe ich mit einer Kühldecke, die man für ein paar Stunden im Kühlschrank lassen kann. Diese garantiert dann eine angenehme Kühle in der Nacht“

„Ich bin froh, dass ich in Deutschland…“

 In Deiner Heimat Amerika ist es aktuell sicher auch sehr heiß. Kannst Du in einigen Sätzen etwas über Dich, Deine Heimat und Dein bisheriges Leben erzählen?

 „Ja, sehr gerne. Ich bin in Honesdale (Pennsylvania), einem kleinen Dorf mit nur 3000-4000 Einwohnern, geboren und aufgewachsen. Ich habe immer Musik gemacht, diese immer geliebt und so war und ist sie bis heute meine Leidenschaft. Ich habe sowohl  in Bands gespielt als auch in einem Kinderchor gesungen, Mit 10 Jahren habe ich begonnen, Ukulele zu lernen, da meinen Eltern meine Finger zu klein für eine Gitarre erschienen. Von 2006-2010 habe ich am Berklee College of Music in Boston „Professional Music“ studiert. In der letzten Studienwoche habe ich dann meinen jetzigen Mann an der Universität kennengelernt.  Ich bin nach dem Studium mit ihm nach Deutschland gekommen und habe mithilfe der deutschen Liedtexte, viel Musik, gehört oder gesungen, die Sprache gelernt.  Jetzt bin ich froh zu sagen, dass ich in Deutschland eine coole Karriere mit toller Schlagermusik machen darf“.

 Diese Freude merkt man dir an…

 „I love it – Ich liebe es so sehr. Was ich sehr cool finde, ist, dass die Entscheidung nach Deutschland zu kommen, obwohl ich nicht so viel darüber nachgedacht habe, zu 100 Prozent die richtige Wahl gewesen ist. Nicht nur die Tatsache, in Deutschland meine Karriere starten zu dürfen, sondern einfach in Deutschland zu leben, freut mich täglich neu. Ich glaube, wenn man aus einer anderen Kultur kommt oder in einer anderen Kultur lebt, kann man viel über sich selbst lernen und dies beeindruckt mich immer aufs Neue“.  

2016 hast Du Dich mit „Hallo, hallo“ und Deiner Ukulele in die Herzen der Fans gesungen. Was war das für ein Gefühl, so eine positive Aufnahme beim Deutschen Publikum zu erleben?

 „Es war ein sehr schönes Gefühl, da alles sehr neu für mich gewesen ist und ich spürte, mein ganzes Leben auf diesen Moment gewartet zu haben. Als ich ein Kind war, hätte ich nie geahnt, dass ich einmal nach Deutschland gehen würde und dort eine Karriere als Sängerin beginnen könnte. Es war daher immer ein großer Traum von mir und somit ist diese Zeit bis heute noch sehr bedeutungsvoll für mich.  Die Fans waren von Beginn an so nett, so offen und so lieb zu mir, dass ich bis heute noch von meinen ersten TV-Auftritten geflasht bin“.

 Ein Jahr darauf hast Du – als Teil der Tour von Florian Silbereisen  Fans in ganz Deutschland und Österreich kennenlernen dürfen. Zusammen mit KLUBBB3, Voxxclub, den DDC-Breakdancern und DJ Ötzi hast Du jeden Abend auf der Bühne gestanden. Was bedeutet Dir im Nachklang diese gemeinsame Zeit?

 „Das war so ein tolles Erlebnis. Aus vielerlei Gründen: Zuerst weil ich mit Klubbb3, Voxxclub, DJ Ötzi und den DDC-Breakdancern unterwegs sein durfte. Außerdem,  weil ich jeden Abend auf der Bühne stehen durfte. Dies ist für jeden Perfomer, jeden Sänger, jeden Künstler stets eine große Freude. Unterwegs sein zu dürfen und nach jeder Show die Fans zu treffen, war ein wichtiges Erlebnis für mich. ich bekomme immer noch von vielen Fans eine Nachricht mit einem Foto aus dem Jahr 2017. Dabei steht immer, dass dies für denjenigen so eine tolle Erinnerung gewesen ist. Dies macht auch mich sehr glücklich. Ich kenne durch diese Tour viele Fans vom Namen her und dies freut mich sehr. Ich habe immer noch all die Fotos von dieser beeindruckenden Tour auf meiner Wand“.

 Mit „Ich schau Dir in die Augen“ hast Du Dein erstes Album präsentiert. Ein Jahr darauf folgte das neue Album „So viel“. Welche Songs auf den Alben sind für Dich die wertvollsten?

 „Ich habe ein paar Lieder: „Ich schau Dir in die Augen“, „Was war los gestern Nacht“ und „Bienenstich“. „Bienenstich“ war keine Single, aber die Fans fordern bei den Auftritten den Titel. Auch wenn man das Lied nicht kennt, ist es einfach, mitzusingen und gute Laune zu verbreiten. Wenn ich die Leute dadurch erfreuen kann, macht mich das happy. Auch „Was war los gestern Nacht“ finde ich lustig. Bei „So viel“ ist der Titel „Mein Lied“ an erster Stelle, da es eine große Bedeutung hat. Ich liebe es zu singen, es hat eine große Bedeutung für mich und wenn ich den Titel singe, erlebe ich stets einen besonderen Moment.

 Kannst Du „Hallo, hallo“ auch noch auf der Bühne singen oder eher nicht?

 „Doch, denn ich liebe diesen Song. Ich muss diesen Song singen, ich kann es nicht vergessen. Außerdem ist es ein guter Opener mit den Worten „Hallo, hallo“. Es ist ähnlich wie Howard Carpendale, der keinen Auftritt ohne „Hello Again“ absolvieren kann“.

 Du hast nun fast zwei Jahre eine Kreativpause eingelegt. Hast Du dir die Zeit genommen, um am neuen Album intensiv zu arbeiten? Oder war eher der Blick auf eine neue Ausrichtung der Karriere gerichtet?

 „Beides. Ich habe geheiratet und war einen Monat in Japan. Seit der VÖ meines Albums „So viel“ 2017 sind zwar, kalendarisch, zwei Jahre vergangen, was zunächst als eine lange Zeit angesehen werden kann. In der Musik hingegen ist dies aber nicht so lange. Von 2016 bis Anfang 2018 war ich immer unterwegs. ich habe es zwar genossen, aber trotzdem war es eine angenehme Zeit, einfach zurückzublicken und alles nochmals zu verinnerlichen.

„Wie kann ich weitermachen?“,  „Was soll ich machen?“,  „Wie kann ich happy bleiben?“ – dies waren die Fragen, die ich mir in der Kreativpause gestellt habe. Ich glaube, dass  es ist wichtig, zu wissen, wie das Leben ist und was man im Leben machen/erreichen möchte. Diese Gedanken habe ich einfach versucht umzusetzen. Ich hatte mir einen Plan erstellt und überlegt, was ich machen will. Mein zweites Album „So viel“  entstand nämlich innerhalb von drei Monaten. Dies war einfach zu schnell und daher habe ich mir jetzt wirklich die notwendige Zeit genommen, um das neue Album entstehen zu lassen. Ich bin sehr happy über das dritte Studioalbum, weil es eine andere Seite von mir zeigt, die zwar immer da war, aber vielleicht bei den ersten beiden Alben nicht so sehr in Erscheinung getreten ist“.

 Am 28.06.2019 erschien Deine neue Single „It’s a beautiful live – Halleluja“. Kannst Du etwas zum Entstehungsprozess sagen? Wer ist auf den Namen gekommen? Was ist die zentrale Aussage, die Message, des Liedes?

 „Das ist eine echt gute, vielseitige Frage. Meine neue Single „It’s a beautiful live – Halleluja..“ ist eine Geschichte,in der man das Leben feiern kann. Das Feststehen auf dem Boden und die Gewissheit zu erlangen, zu sich selbst zu stehen, sein Leben zu genießen und glücklich zu sein: Das ist die Botschaft der neuen Single. Natürlich ist es nicht immer einfach, happy zu sein. Aber es ist trotzdem wichtig, sich immer wieder neu bewusst zu machen: „Ich bin wer ich bin“ und so zu sich selbst zu stehen. Wir müssen einfach das Leben feiern. Das neue Lied zeigt die glückliche Seite von mir, Sarah Jane. Klar bin auch ich nicht immer glücklich,  aber ich arbeite daran. Außerdem ist „It’s a beautiful life“ halb Englisch halb Deutsch, also Denglisch. Dadurch kann ich dies auch so präsentieren, denn es zeigt mich so, wie ich rede. Die neue Single ist eine „celebration“ des Lebens. Die Zeit in Deutschland (mit 22 Jahren bin ich nach Deutschland gekommen, nun bin ich 31 Jahre alt), ist ein großer Teil meines Lebens. In Amerika sagen die Leute: „Du bist anders, du hast einen Akzent, wenn du Englisch sprichst“. Ich bin zwar der Meinung, dass dies nicht stimmt, aber ich fühle mich in Deutschland so deutsch, obwohl es klar ist, dass ich kein Deutscher bin. Also zeige ich meine Amerikanische und meine deutsche Seite und habe versucht, beide Seiten zu vermischen“.

 Was ist ein „beautiful life“ für Dich? Der Zustand, den Du aktuell erlebst?

 „Wenn man einfach in dem Moment bleibt; wenn man ist, wie man ist, und man so lebt, dass man mit sich selbst im Reinen ist; dass man akzeptiert, nicht perfekt zu sein, aber es trotzdem annimmt und sich selbst liebt– das ist „It‘s a beautiful life“ für mich. Das Leben ist nicht immer gut, aber man muss die Erkenntnis gewinnen, stärker geworden zu sein und etwas gelernt zu haben. Im Leben gibt es nämlich immer gute und schlechte Zeiten. Daher ist es wichtig, immer etwas aus dem Leben zu lernen. Dies ist für mich „beautiful“.

 Verbunden mit Deiner Rückkehr aus der Kreativ-Pause ist auch ein Wechsel des Plattenlabels von Sony Music zu Universal (AirForce 1 Records). Was hat Dich bewegt, diesen Schritt zu machen?

„Es war einfach der natürliche, nächste Schritt in der Musikbranche: Man trifft andere Leute, lernt diese kennen und findet neue Wege für die Zukunft. So freue ich mich auf die gemeinsame Zukunft mit diesem Plattenlabel“.

 Deine Single ist sicherlich nur ein Vorbote für ein neues Album. Was darfst Du darüber sagen? – wird es ein neues Album in absehbarer Zeit geben?

 „Ich singe viel über meine Heimat, Kindheit und was ich erlebt habe als Kind. Ich singe auch über Amerika. Ich habe ein Lied mit dem Titel „Amerika“. Ich singe über Amerika und die positiven Eigenschaften von Amerika. Ich singe über meine Beziehung mit Deutschland und Amerika und wie das ist, zwischen den beiden Welten zu leben. Natürlich gibt es auch Liebeslieder. Ich feiere das Leben – dafür ist das Album. Außerdem zeige ich damit eine Seite von mir, die man vorher nicht gesehen hat und ganz viel Denglisch“.

 Kommt die Ukulele auch zum Einsatz?

 „Die Ukulele ist auch dabei“.

 Du bist sehr aktiv in den Sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram etc. Deine Fans halten Dir darüber immer die Treue. Dein Fanclub ist Dir auch sehr ans Herz gewachsen und steht immer hinter Dir. Wie wichtig ist Dir die Nahe und der Kontakt zu Deinen Fans?

 „Ich bin so geflasht von meinen Fans und meinem FC. Es bringt mir persönlich sehr viel Kraft. Ich mag Instagram sehr gerne, da es sehr User-freundlich ist und außerdem möglich ist, mit Leuten weiterhin in Kontakt zu bleiben. Ich liebe es, besonders über Instagram mit meinen Fans zu reden. Ich kenne viele Fans, die mir schreiben, und es bringt mir sehr viel. Es ist eine „personal connection“. Es macht mich glücklich, ein Lied zu singen und jemand findet es gut. Ich kann meine Emotionen am Besten durch das Singen zeigen. Daher ist es sehr schön, wenn ich ein Lied teilen kann und Menschen diese Freude mit mir erleben. Ich bin sehr dankbar für jeden Follower, jedes Like und jede Nachricht der Menschen, denn dies ist nicht selbstverständlich“.

Ein neues Album bzw. eine neue Single ist meistens mit neuen Auftritten verbunden. Wie sieht dahingehend Dein Terminkalender aus? Ist vieles geplant?

 „Das Album kommt im August, sodass ich für Promo viel unterwegs sein werde. Ich bin gespannt, was die Zukunft für mich bringt. Ich bin sehr happy, wenn ich viel zu tun habe“.

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