Sirikit von Thailand: Der heimtückische Giftmord ihrer Ziehtochter

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Sirikit von Thailand: Der heimtückische Giftmord ihrer Ziehtochter © Chumsak Kanoknan/Getty Images
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19.10.2021

Adels-Expertin Sigrid Junge blickt hinter die Kulissen: Sie wollte doch nur das Beste für das kleine Mädchen! Chalasai war ein Findelkind, vier Jahre alt, einfach ausgesetzt. Es war 1976, als Sirikit von Thailand (heute 89) sie zu sich an den Hof holte. Doch was wie im Märchen begann, endete schließlich in einer Tragödie.

Denn ihr geliebtes Ziehkind sollte 1995 einen heimtückischen Giftmord begehen. Chalasai brachte ihren Gatten mithilfe von Flohpulver im Kaffee um! Es ist ein Drama wie in einem spannenden Krimi – erschreckend und sehr bewegend zugleich. Das Mädchen wurde im Königspalast in Bangkok erzogen und erregte dort mit elf Jahren die Aufmerksamkeit des 37 Jahre älteren Prinz Thitipan, einem Cousin von König Bhumibol († 2016). Der Prinz holte sie zu sich – und damit war ihr Schicksal besiegelt. Sie war erst 14 Jahre alt, als er sich an ihr verging. Königin Sirikit ahnte nichts davon.

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Acht Jahre später drängte der mittlerweile 59 Jahre alte Thitipan die junge Frau zur Hochzeit. Tatsächlich verehrte er sie sehr und überschüttete sie mit Geschenken: ein roter Ferrari, ein Privatflugzeug. Doch sie konnte die Berührungen ihres Mannes nicht ertragen. Sie sehnte sich nach der Gesellschaft von Gleichaltrigen. Nachts flüchtete sie aus dem Palast, tanzte in Nobeldiskos – und fand ihre große Liebe. Der arme Straßenhändler Uthet Choopwa, damals 18 Jahre alt, verkaufte am Siam Square in Bangkok in der Nähe von Thitipans Asawin-Palast geröstete Kastanien. Zunächst traf sie den Geliebten heimlich. Immer wieder überredete sie ihren Mann, Schlaftabletten zu nehmen, damit er ihr Gehen nicht bemerkte. Schließlich verschwand sie immer öfter, sogar für mehrere Tage.

Was mich überrascht: Der gehörnte Ehemann gab Suchanzeigen in Zeitungen auf – mit hohen Belohnungen für Informationen, die zu Chalasais Rückkehr führten. Reichlich indiskret, immerhin handelte es sich hier um ein Mündel der Königin! Am Ende sah die junge Frau nur noch einen Ausweg, um ihrem Mann zu entkommen. Am 21. August 1995 mischte sie ihm ein hochgiftiges Insektizid in den Morgenkaffee. Der Prinz begann zu würgen, wand sich qualvoll in seinen Schmerzen. Er kam in eine Klinik, fiel ins Koma und starb acht Tage später. Danach brannte Chalasai mit ihrem Liebhaber durch, heiratete ihn und bekam einen Sohn. Schließlich wurde sie festgenommen. Vor Gericht sagte sie, dass sie den Prinzen nicht töten wollte, sondern ihn nur gesundheitlich schwächen: „Ich habe es getan, um aus dem Palast zu fliehen.“

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Dank ihrer Ziehmutter Sirikit fand Chalasai milde Richter und kam 2002 mit einer Haftstrafe von sechs Jahren davon. Doch ich bin sicher: Das ganze Drama brach der Königin das Herz.

Herzlichst, Ihre Sigrid Junge

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