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Marina Marx: Von der großen Liebe bis zum geilsten Fehler

Marina Marx: Von der großen Liebe bis zum geilsten Fehler ©Studio Ignatov

Nun ist es soweit – das langersehnte Debüt-Album von Marina Marx ist da! Schon ihre erste Single “One Night Stand” kam super an, in diesem Jahr legte sie mit dem zweiten Vorreiter “Der geilste Fehler” nach. An diesem Freitag ist das gleichlautende Album draußen und wir lernen noch mehr von der sympathischen Newcomerin kennen. Denn ihre Songs greifen Geschichten aus dem Leben auf, sind ihr ein großes Stück weit sogar selbst passiert. Das und ihre direkte, mal freche und mal ganz gefühlvolle Art machen es noch authentischer. Das wirkt, als würde man mit einer guten Freundin reden.

Ihr Album kann man in 3 Phasen sehen. “One Night Stand” ist der Schlagerwelt inzwischen sehr bekannt und beliebt, daher konzentrieren wir uns auf die elf weiteren Songs auf dem Album. Kommen wir zu Teil 1 – den Songs die sich um das Gefühl des Verliebens drehen. In “Ich glaub ich hab noch nie geliebt”, welcher mit einer melancholischen, von Piano-Klängen geprägten Passage beginnt, geht es um die große Liebe, die einfach so geschah. Sie wusste nicht, dass es das gibt, doch “du hast mich so geflasht” und weiter “es war unvermeidlich, dass ich mich hoffnungslos verknallt in dich”. Der Sound ist stark von Gitarrenklängen geprägt und hat exzellente, gut dosierte Drum-Einsätze. Die Power-Ballade überzeugt, ohne Frage! Ganz anders klingt”Chronisch”. Dieser bietet einen eingängigen Sound, ist im Vergleich zu den meisten anderen Titeln ruhiger – hat aber ebenfalls einen hervorragend gemixten Sound. Dazu kommt ein gigantischer Ohrwurm-Faktor des Refrains, welcher schon auf der vergangenen Feuerherz-Tournee im letzten Jahr von Fans mitgesungen wurde (dort war Marina der Supportact).Völlig hin und weg von ihm ist sie sich sicher “nichts ist mehr so wie es war” und “das ist wunderbar”. “Hey was hast du gemacht?!” ist die Frage, die im Raum steht. In eine ähnliche Kerbe stößt Titel Nummer 8, “Uns gehört die Nacht”. Hier zeigt die Rockröhre Marina eine ruhigere Seite und unterstreicht ihre Vielseitigkeit. Titel Nummer 2, “Bisschen mehr als Freundschaft” ist eine der totalen Rock-Songs auf dem Album, hier sind die Gitarrenriffs sehr dominant. Dazu kommt der schnelle Sound und der furiose Refrain. Hier kann Marina so richtig zeigen, was sie für eine Power-Stimme hat. “Mehr als Freundschaft war nie drin, Hundert Mal (Hundert Mal)”, oft zog man um die Häuser und “dann doch allein nach Haus”, doch  dann hat es endgültig gefunkt und sie übernimmt das Ruder, zeigt ihm was sie will. Die passende Zeile dazu “Heut Nacht… brauch ich mehr nen bisschen mehr als Freundschaft”. Bei Klaus Lage berührte man sich tausendmal und dann machte es ZOOM! – hier war es hundertmal (hundertmal). Und genau diese Passage ist genau wie das dreifache „…ich mehr“ einprägsam, gar ikonisch und bleibt hängen. Großartiger, herrlich ehrlicher Text, dazu topmoderner Sound – das Sahnehäubchen ist das mehr als stimmige Outro!

Sängerin Marina Marx besingt Beziehungs-Aus

Marina Marx Der geilste Fehler_Albumcover

© 2020 Ariola

In Phase 2 geht es um das Aus einer Beziehung. Hier nennen wir direkt mal einen der absoluten Kracher, “Fahr zur Hölle”. Anschnallen, denn der Song haut schon zu Beginn direkt rein, wie ein Knall ruft sie “Fahr zur Hölle!”. In ihr tobt ein Chaos, der “Kopf sagt du du bist es nicht”, doch das “Herz ruft eindeutig ich liebe dich. “Baby geh doch” fordert sie zögernd, ohne Frage ist sie innerlich zerrissen, es “fällt so verdammt schwer”. Der Sound hat eine beeindruckende Vielseitigkeit, während der Beginn und der Refrain sich sehr rockig präsentieren, hat der Titel auch ruhige Passagen – ein perfekter Mix! Ein Musterbeispiel für Marinas herrlich ehrlichen, authentischen und auch frechen Stil ist “Lügen haben lange Beine” – einer unserer absoluten Favoriten auf dem Werk. Hier wird abgerechnet. Die Zeilen “Bitte nicht schon wieder ein Liebesschwur” und weiter “Das war dein letztes Spiel” machen deutlich, dass er es endgültig in den Sand gesetzt hat. Insbesondere der furiose Refrain “Ich muss ja total bescheuert sein…” bietet harte Beats und kräftige Drum-Einsätze. Das rockt, was für ein Power-Song. Und dann wäre noch das gebrochene Herz und das Gefühlschaos, wenn die Beziehung vorbei ist und man es nicht doch irgendwie bereut. Dies beschreibt “Egal wie stark ich bin”. Die Zeilen „Du wirst immer meine Schwäche bleiben“ und weiter „bist du nicht da verlier ich mich“ besingen, dass da Wehmut im Spiel ist. Gefühle lassen sich nicht steuern, so will sie ihn nicht aus dem Kopf bekommen, auch wenn es “verdammt kein Sinn macht”. Auch dieser Song ist sehr hochwertig produziert und ein absolutes Brett. Das Tempo baut sich gekonnt auf, ehe die Regler so richtig hochgehen. Unser Favorit auf diesem Werk! Sehr stark finden wir auch “Der geilste Fehler”, dazu haben wir bereits im Vorfeld eine Rezension geliefert:

Sehr bodenständig ist der Sound von “Den ersten letzten Kuss. Hier bekommen die Gitarrenriffs sehr viel Freiraum und prägen den Sound– gepaart mit dominanten Drum-Einsätzen. Dies ergibt ein sehr stimmiges Gesamtbild. Auch der Tempo-Aufbau ist klasse. Im Titel selbst geht es um das Gefühl, wenn die erste Liebe zerbricht. “Das erste Mal Schluss haut dich um wie nie“ ist sie sicher und fragt sich “warum hab ich bloß nie Danke gesagt”. Der Titel hebt sich aufgrund seiner Einzigartigkeit ab und macht das Album noch eine Schippe besser – live mit Band dürfte der Titel noch um einiges mehr wirken, denn dafür ist er wie gemacht! Titel Nummer 10 “Wenn ich deine Bilder seh” handelt von dem großen Herzschmerz, die Erinnerungen tun ihr sichtlich weh. “Und ganz egal wie viel Zeit verstreicht in mir tobt ein Gefühl das bleibt“ machen dies deutlich. Sie kann ihn nicht vergessen, auch wenn es längst vorbei ist. Auch hier fällt der wunderbar ehrliche Stil auf, die Zeile, “Doch es tut so scheiss, scheiss weh wenn ich deine Bilder seh“ passt grandios. Der Sound dieses Titels ist ebenfalls sehr rockig mit einem melancholischen Touch.

Marina Marx liefert ihre eigene Hymne mit Hitpotential

Das Leben ist ein Up and Down, doch egal was man durchgemacht hat, das Leben ist das, was man selbst daraus macht. Diese Message sendet “Wir leben live!”. Ben Zucker hat mit “Was für eine geile Zeit” einst eine Hymne abgeliefert, die inzwischen jeder mitsingen kann. Nun liefert Marina mit diesem Titel ihre Hymne, die ebenfalls das Zeug zum Hit hat. Durch den autobiografischen Stil ist dieser Song noch authentischer. Sie ruft dazu auf “blind vor Liebe zu sein” und “glaub mir vorbei ist vorbei”. Nicht dem Vergangenen nachtrauern, sondern einfach weitermachen, einfach leben. “Blätter auf Seite 2” und weiter “glaub mir du kannst es nicht nachholen” sind weitere Bände sprechende Zeilen. Wie Recht sie mit diesem top modernen Titel doch hat! Also “auf zu den geilsten Abenteuern”!

Der Vergleich mit Ben Zucker kommt oft wenn über Marina Marx gesprochen wird. Sie ist auch eine Art weiblicher Ben Zucker. Er steht ihr sogar immer mit Rat und Tat als guter Freund zur Seite (mehr dazu im Booklet, in welchem sie sich bei Fans, ihrem Team und ihren engsten Kollegen bedankt). Doch wenn man einmal genauer hinhört, spürt man: Eine Marina Marx, die gab es noch nie in der Schlager-Welt! Diese junge Frau hat eine ganz deutliche Handschrift und eine unfassbar ehrliche Art. Und das ist gut so! Also dreht die Boxen auf und feiert die geilsten Fehler! Von uns eine klare Empfehlung!

 

Kevin Drewes24.07.2020Kevin Drewes

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